
Bildnis eines Cellospielers
Details
Die Geschichte
Musiker wurden im 18. Jahrhundert meist idealisiert porträtiert, als Herren von Geschmack mit Notenblatt oder eleganter Geste, das Gesicht zu freundlicher Ruhe geglättet. Das Kunsthistorische Museum hebt hervor, wie weit dieses Bild von solcher Gewohnheit entfernt ist. Ceruti zeigt den Cellospieler in einem alltäglichen Moment, mit ungeschöntem, fast banalem Ausdruck, und lässt die Eigenart des Mannes das Bild tragen. Das Museum erkennt darin die lombardische Porträtauffassung jener Jahre, eine Vorliebe für schlichten, irdischen Realismus.
Entstanden ist es in den 1740er Jahren. Der Name des Dargestellten ist nicht überliefert, nur sein Instrument, das er mitsamt dem Bogen hält. Die Leinwand ist knapp einen Meter hoch, das Museum erwarb sie 1973.



