
Bildnis eines Mannes
Details
Die Geschichte
Als das Bildnis 1806 in Paris versteigert wurde, hob der Sachverständige Alexandre Paillet im Katalog vor allem eines hervor: die Hand. Sie sei von solcher Wahrheit, schrieb er, dass sie aus dem Bild herauszutreten scheine. Der Mann stützt sie auf die steinerne Brüstung eines Fensters, das Champaigne wie einen gemalten Rahmen um ihn legt, und die Finger ragen über die Kante zu uns herüber. Fast zwei Jahrhunderte später wählte Pierre Rosenberg, einst Direktor des Louvre, genau diese Hand, um in seinem persönlichen Louvre-Lexikon den Eintrag „Hand“ zu bebildern. Er rühmte Finger, Nägel und Handgelenk und erinnerte an die altniederländischen Meister, die Champaigne in seiner flämischen Heimat gesehen haben konnte. Der Louvre kaufte das Bild auf jener Auktion von 1806. Wer der Mann ist, weiß man bis heute nicht. Paillet gab ihm einen Namen, der inzwischen verworfen ist, und auch ein späterer Vorschlag hat sich nicht durchgesetzt. Sicher ist nur, was unten links steht, Champaignes Signatur und das Jahr 1650.




