
Bildnis eines Mannes mit Stock, einem jungen schwarzen Diener und einem Hund
Details
Die Geschichte
Ein Mann im roten Samtmantel stützt sich auf seinen Stock, hinter ihm stehen ein Windhund und ein junger schwarzer Diener. Wer das Bild um 1672 sah, verstand beide als Teil des Porträts. Sie sollten zeigen, wer dieser Mann war. Die Niederländische Westindien-Kompanie verschleppte damals Afrikaner als Sklaven über den Atlantik, und in manchen reichen Haushalten der Republik dienten schwarze Jungen und junge Männer, oft aus den Kolonien mitgebracht. Auf Bildnissen erscheinen sie als Zeichen des Wohlstands ihrer Herren, ähnlich wie ein edler Hund oder teure Stoffe, und fast nie wird ihr Name überliefert. Ob ein solcher Junge frei war oder versklavt, hielt meist niemand fest. Über diesen hier weiß man nichts, und auch der Dargestellte ist unbekannt.
Van Mieris signierte die kleine Holztafel auf der Balustrade. Der Louvre datiert sie um 1672 bis 1673 und vermutet, dass einst ein Frauenbildnis als Gegenstück daneben hing, vergleichbar seiner Dame mit Hündchen von 1672 im Museo Thyssen in Madrid. Später besaß sie der Amsterdamer Sammler Gerrit Braamcamp, und spätestens 1785 gehörte sie Ludwig XVI.



