Bildnis eines Mannes mit Ring

Bildnis eines Mannes mit Ring


Details

Jahr
1477
Technik
Öl auf Holz
Maße
38,5 × 27,5 cm

Die Geschichte

Im Bologna des 18. Jahrhunderts hing diese kleine Tafel im Palast der Marchesi Boschi, und deren Inventare führten sie als Bildnis des Francesco Francia, eines Bologneser Goldschmieds und Malers. Später gehörte sie einem Sammler in London, dann dem Berliner Bankier Leopold Koppel, schließlich der Sammlung von Pannwitz im niederländischen Bennebroek. Dort kaufte Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza sie 1956.

Der Name auf dem Bild wechselte unterwegs. 1913 wurde es erstmals als Werk Francesco del Cossas veröffentlicht, eines Malers aus Ferrara, der in den 1470er Jahren in Bologna arbeitete. Einig wurde man sich trotzdem nicht. Der amerikanische Kenner Bernard Berenson sah darin Ercole de' Roberti, ebenfalls aus Ferrara, der italienische Kunsthistoriker Roberto Longhi blieb bei Cossa, und das Museum folgt Longhi. Wer dargestellt ist, weiß niemand. Der englische Kunsthistoriker Herbert Cook dachte 1915 an ein Mitglied der Familie Este, der Herzöge von Ferrara, weil der Diamantring zu ihren Emblemen gehörte. Das Museum hält auch ein Verlobungsbildnis für möglich. Der Ring steht aufrecht auf der Fingerkuppe des jungen Mannes, und sein kleiner Finger greift über die steinerne Brüstung zu uns heraus.

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