
Lavinia Fontana · PD
Bildnis einer Edeldame
Details
Die Geschichte
Am Gürtel der jungen Frau hängt ein Marderfell, Kopf und Pfoten mit Juwelen besetzt. Solche Pelze tauchen in Bologneser Familienaufzeichnungen jener Zeit immer wieder auf, als Zeichen des Reichtums. Genau diese Aufzeichnungen, Rechnungsbücher und Hausbücher, haben der Forschung geholfen, das Bild zu deuten. Kleider und Schmuck entsprechen Stück für Stück dem, was eine Braut aus vornehmem Haus in Bologna als Aussteuer mitbrachte. Bräute trugen dort im 16. Jahrhundert Rot, und der Hund galt als Sinnbild ehelicher Treue. Es handelt sich also mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Hochzeitsbildnis, gemalt um 1589. Wer die Dargestellte war, ist nicht gesichert. Das Museum in Washington nennt Livia de' Medici Bandini, allerdings mit Fragezeichen. Lavinia Fontana setzte die Figur vor einen schlichten dunklen Grund, so dass der Blick an Stoff und Steinen hängen bleibt.


