Bildnis des David Joris

Bildnis des David Joris


Details

Jahr
1540
Technik
Tempera

Die Geschichte

Das ist das Bildnis eines Mannes, der seine letzten Jahre unter falschem Namen lebte. Als es entstand, um 1540, war David Joris einer der meistgesuchten religiösen Anführer der Niederlande, ein ehemaliger Glasmaler, der zum täuferischen Propheten geworden war und dessen Visionen und Flugschriften ihn zum gejagten Ketzer machten. Wenige Jahre später kam er mit Familie und Vermögen nach Basel und ließ sich als angesehener Bürger nieder, unter dem Decknamen Johann von Brügge. Er schloss sich der reformierten Kirche an und lebte still unter Nachbarn, die nicht ahnten, wen sie vor sich hatten. In dieser Verkleidung starb er 1556 und wurde ehrenvoll in der Leonhardskirche bestattet. Drei Jahre danach kam das Geheimnis heraus, verraten von einem Mitglied seiner eigenen Familie. Im Mai 1559 grub die Stadt seinen Leichnam wieder aus und verbrannte ihn samt seinen Büchern als Überreste eines Ketzers. Die Tafel hier, in Tempera auf Holz gearbeitet, ist eines der wenigen erhaltenen Bildnisse des Mannes, den Basel nur als Johann von Brügge kannte.

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