Porträt von Louis Philippe Albert d’Orléans, Graf von Paris (1838-1894)
Details
Die Geschichte
Der Sessel ist viel zu groß für ihn. Vergoldet, im Stil Ludwigs XIV., mit karmesinrotem Samt und Goldfransen bezogen, überragt er den kleinen Jungen, der seine rechte Hand darauf legt, bei Weitem. Es ist Philippe, Graf von Paris, der älteste Enkel des französischen Königs Louis-Philippe, und bestellt wurde das Bildnis zu seiner Taufe in Notre-Dame am 2. Mai 1841. Deshalb ragen hinter ihm die Türme der Kathedrale auf, und deshalb trägt er den Anzug aus Seidensatin und Spitze, der für die Zeremonie genäht worden war. Winterhalter signierte die Leinwand 1842 und zeigte sie im Frühjahr im Salon. Im Juli kam der Vater des Kindes, der Herzog von Orléans, bei einem Kutschenunfall ums Leben, und der kleine Graf wurde Thronfolger. Im Februar 1848 dankte sein Großvater zu seinen Gunsten ab, doch noch am selben Tag rief eine provisorische Regierung die Republik aus. Regiert hat der Graf von Paris nie. Das Gemälde blieb bis 1996 im Besitz der Familie Orléans und hängt seit 2024 im Louvre, als Leihgabe der American Friends of the Louvre. Der Taufanzug ist im Schloss Eu in der Normandie erhalten, der Hut mit weißen Straußenfedern, den der Junge in der Hand hält, dagegen verloren.




