
Valentin Serov · PD
Bildnis der Marija Jermolowa
Details
Die Geschichte
Serow malte dieses Bildnis 1905, in dem Jahr, in dem er nach der Erschießung der Demonstranten am 9. Januar in Sankt Petersburg aus Protest die Kaiserliche Kunstakademie verließ. Maria Jermolowa war die große Tragödin des Moskauer Maly-Theaters. Der Auftrag feierte ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum und wurde von einem Kreis Moskauer Schriftsteller und Künstler bezahlt. Sie saß in ihrer Wohnung am Twerskoi-Boulevard Modell, in 32 Sitzungen. Serow legte den Blickpunkt tief, sodass die Gestalt im schwarzen Kleid wie eine Säule aufragt, und hinter ihr steht ein Spiegel, in dem sich das Gesims der Decke spiegelt, sodass der Raum größer wirkt. Jermolowa wendet sich nicht an den Betrachter: aufrecht und fern steht sie da, als wäre sie schon zum eigenen Denkmal geworden. 1935 kam das Bild in die Tretjakow-Galerie.


