
Bildnis der Marie-Anne-Éléonore, Comtesse de Grave, früher als Bildnis der Marie-Madeleine Guimard bezeichnet
Details
Die Geschichte
Lange hielt man diese Frau für Marie-Madeleine Guimard, die gefeiertste Tänzerin der Pariser Oper, und der Irrtum lag nahe. Guimard und Fragonard hatten tatsächlich miteinander zu tun. Anfang der 1770er Jahre beauftragte sie ihn, den Salon ihres neuen Pariser Stadthauses auszumalen, und nach einem Streit ging die unvollendete Arbeit an den jungen Jacques-Louis David. Ein Bildnis von ihr aus Fragonards Hand schien also selbstverständlich. Der Louvre nennt die Dargestellte heute Marie-Anne-Éléonore, Comtesse de Grave, geboren 1730. Um 1769 wäre sie also fast 40 gewesen, die Guimard dagegen Mitte 20. Die Geschichte des Bildes passt zum neuen Namen. Es blieb zunächst bei der Dargestellten selbst, dann bei ihrem Sohn oder ihrer Enkelin, und tauchte erst 1857 öffentlich auf, bei der Versteigerung des Sammlers François Marcille. Irgendwo auf diesem Weg blieb der Name der Tänzerin an ihm hängen. 1974 nahm der französische Staat es als Zahlung von Erbschaftssteuer an. Sie trägt ein dunkelrotes Kostüm mit grünen Ärmeln, eine weiße Halskrause und Blumen im gepuderten Haar und stützt sich auf eine mit Papieren bedeckte Brüstung, den Blick nach rechts unten gesenkt.




