
Porträt von Paul Ranson im Nabis-Gewand
Details
Die Geschichte
Ab 1889 öffnete der Maler Paul Ranson sein Atelier über der Familienwohnung am Boulevard du Montparnasse für einen Kreis junger Freunde, die sich Nabis nannten. Sie tauften den Raum den Tempel, gaben einander feierlich-spöttische Beinamen und machten aus ihren Treffen halb scherzhafte Rituale. 1890 malte Sérusier den Gastgeber im passenden Aufzug. Ranson trägt ein graublaues Gewand mit breitem gelbem Kragen, in den ein grüner Stein gesetzt ist, und hält einen hohen Stab in der Form eines Bischofsstabs, mit einem fünfzackigen Stern in der Krümmung. Mit der anderen Hand fährt er die Zeilen eines riesigen aufgeschlagenen Buches entlang. Hinter seinem Kopf leuchtet eine orange Scheibe. Brille, gezwirbelter Schnurrbart und Spitzbart machen ihn trotzdem unverkennbar zu einem Mann der 1890er-Jahre. Das Musée d'Orsay erwarb das Bildnis 2004 im Kunsthandel.




