
Bildnis des Marquis de Marigny und seiner Gemahlin
Details
Die Geschichte
Im Salon von 1769 hing ein Bild des Mannes, dem die Ausstellung letztlich unterstand. Abel-François Poisson, Marquis de Marigny, war der jüngere Bruder der Madame de Pompadour, der verstorbenen Favoritin Ludwigs XV., und leitete seit 1751 die königlichen Bauten, eine Behörde, der Schlösser, Kunstakademien und damit auch der Salon unterstanden. Louis-Michel van Loo zeigt ihn im roten Rock mit dem Stern des Heilig-Geist-Ordens, auf einen Stock gestützt, neben seiner Frau Julie Filleul, die an ihrem Toilettentisch sitzt, während der Spiegel hinter ihr ihr Bild zurückwirft. Die beiden hatten 1767 geheiratet. Er war damals fast 40, sie 24 Jahre jünger. Glücklich wurde die Ehe nicht. 1777 erwirkte sie die Gütertrennung, und nach seinem Tod heiratete sie erneut. Das Gemälde blieb offenbar in ihrer Familie und gelangte an ihren Neffen Charles de Flahaut, einen General Napoleons, der nach dem Ende des Kaiserreichs ins britische Exil ging und dort heiratete. So kam es nach Meikleour House, den schottischen Landsitz seiner Nachkommen. 1951 wurde es in London versteigert, und 1994 kaufte die Société des Amis du Louvre, der Freundeskreis des Museums, das Bild auf einer Auktion und schenkte es dem Louvre.

