
Vermutliches Porträt des Andreas Vesalius
Details
Die Geschichte
1544 gab Andreas Vesalius seinen Lehrstuhl in Padua auf und trat als Leibarzt in den Dienst Kaiser Karls V. Ein Jahr zuvor war in Basel seine Fabrica erschienen, das Buch, das Galens Anatomie am geöffneten Leichnam widerlegte. Die Holzstöcke dafür entstanden in Venedig, und seit Vasari bringt man die Zeichnungen mit der Werkstatt Tizians in Verbindung.
Aus eben dieser Werkstatt soll auch das Bildnis eines bärtigen Mannes in Schwarz stammen, gemalt um 1545. Sicher ist keines von beidem. Das Schild in der Sala di Marte setzt hinter den Namen des Dargestellten ein Fragezeichen, und die alte Zuschreibung an Tizian selbst hat die Forschung verworfen. Der italienische Denkmalkatalog nennt daneben Jacopo Bassano, Giovan Battista Maganza sowie bergamaskische und venezianische Maler. Der Katalog der Palatina von 2003 belässt das Werk im engsten Umkreis Tizians.
Im Palast ist die Leinwand viel gewandert, durch das Alkovenzimmer, den Saturnsaal und den Ulyssessaal. An ihrem heutigen Platz hängt sie seit 1937.

