
Paul Gauguin · PD
Rave te hiti aamu (Der Götze)
Details
Die Geschichte
Gauguin malte dieses Bild 1898 auf Tahiti, im dunkelsten Abschnitt seiner Jahre auf der Insel. Kurz zuvor hatte ihn die Nachricht erreicht, dass seine geliebte Tochter Aline in Europa gestorben war. Hoch verschuldet und krank vollendete er seine riesige Leinwand über die Herkunft des Menschen und versuchte dann, sich das Leben zu nehmen. In diese finstere Zeit gehört dieser Götze. Es ist keine echte tahitianische Gottheit. Gauguin erfand vieles an der Religion, die seine Bilder erfüllt, und diese hockende Gestalt, die er Oviri nannte, den Wilden, war sein eigenes Sinnbild für die Kräfte der Natur, fruchtbar und tödlich zugleich. Zwei kleine Figuren stehen neben ihr in einem grünen Halbdunkel, ihre Linien nehmen die gewundenen Baumstämme dahinter auf. Derselbe Götze kehrt im Spätwerk auf Tahiti immer wieder, eine private Gottheit, die er von Leinwand zu Leinwand mitnahm und die kein Insulaner so gekannt hätte.




