
Henri de Toulouse-Lautrec · PD
Der heilige Hain
Details
Die Geschichte
Im Frühjahr 1884 stellte Pierre Puvis de Chavannes im Pariser Salon ein Wandbild für das Treppenhaus des Kunstmuseums in Lyon aus, über zehn Meter breit. „Der heilige Hain, den Künsten und Musen teuer“ zeigt Musen in hellen Gewändern an einem See, in einer Landschaft ohne Zeit.
Kaum war der Salon vorbei, antworteten die jungen Leute aus dem Pariser Atelier des Malers Fernand Cormon mit dieser Parodie, knapp vier Meter breit und signiert vom 19-jährigen Henri de Toulouse-Lautrec. Die blassen Farben und die ruhigen Musen übernahm er. Am antiken Portikus hängt nun allerdings eine Uhr, in der Ecke kniet ein Junge und isst ein Brot, und von rechts marschiert eine Reihe Herren in dunklen Stadtanzügen und Zylindern in den Hain. Lautrec selbst steht mittendrin, mit dem Rücken zum Betrachter, und uriniert ins Gras.
Der amerikanische Sammler Henry Pearlman kaufte das Bild 1953, seine Sammlung ist heute im Kunstmuseum der Princeton University zu sehen.




