
Titian · PD
Die heilige Katharina von Alexandrien im Gebet
Details
Die Geschichte
Pius V. war kaum Papst, da machte er 1566 seinen Großneffen Michele Bonelli mit 24 Jahren zum Kardinal, und der junge Mann nannte sich fortan Kardinal Alessandrino. Ihm schickte Tizian im folgenden Jahr eine heilige Katharina, und man hält dieses Bild für eben jene. Bonellis Nachlassinventar von 1598 verzeichnet eine kniende Katharina mit dem Rad und einem Kruzifix, von Tizians Hand, geschätzt auf 40 Scudi. Tizian war damals fast 80, und das Museum geht davon aus, dass er nicht alles selbst gemalt hat. Große Teile der Knienden, der rote Vorhang und der Lichtausbruch in den Wolken oben rechts gelten als seiner würdig. Den gefliesten Boden und den wenig überzeugenden Bogen überließ er Gehilfen. Um die Heilige liegen ihre Attribute, das Rad, das zerbrach, als man sie darauf binden wollte, das Schwert ihrer Enthauptung und die Palme der Märtyrer. Von der Signatur unten links ist nach dem Beschneiden der Leinwand nur noch TIANUS F übrig.




