Der heilige Franziskus in der Wildnis

Der heilige Franziskus in der Wildnis


Details

Jahr
1585
Technik
Öl auf Leinwand
Gattung
Gemälde
Maße
96 × 82 cm

Die Geschichte

Lange galt dieses Bild als Werkstattkopie. 1956 zeigte eine große Carracci-Ausstellung in Bologna erstmals einen heiligen Franziskus aus den Gallerie dell'Accademia in Venedig als Werk Annibales, in genau derselben Komposition und fast im selben Format. Von da an hielt man die Leinwand im Palazzo Corsini für die Nachbildung.

Eine Restaurierung, deren Ergebnis 1996 vorgestellt wurde, kehrte das Verhältnis um. Am gereinigten Bild kamen Denis Mahon und Stephen Pepper wegen der Malqualität, der Modellierung und der fein abgestuften Lichtübergänge zu dem Schluss, dass das römische Bild das Original ist und das venezianische eine spätere Fassung eines begabten Schülers. Sie datierten es auf 1585 oder 1586, als Annibale noch in Bologna arbeitete.

Franziskus versenkt sich zwischen den Felsen von La Verna, dem toskanischen Berg seiner Stigmatisation, in den Anblick des Kruzifixes, das Gesicht vom Weinen verzogen, daneben Totenschädel und Bücher, die üblichen Hilfsmittel der Betrachtung. Das Museum deutet auch die Natur. Die Dornenranken erinnern an die Dornenkrone, und der Salamander, dem man nachsagte, er überlebe das Feuer und damit den Tod, steht für Christus.

Schon vor 1730, als Kardinal Lorenzo Corsini Papst Clemens XII. wurde, gehörte das Bild der Familie. 1754 ließ man es auf neue Leinwand doublieren, weil es, so die Quittung, sehr hart geworden war.

Hör dir diese Geschichte vorlesen. Hol dir die App.