
Der heilige Hieronymus
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Die Geschichte
Ein Inventar des Palazzo Barberini an den Quattro Fontane verzeichnete das Bild um 1740 im Audienzzimmer des Fürsten, als heiligen Hieronymus, der bei Kerzenlicht schreibt, von der Hand des Monsù Gherardo Fiamengo. Gemeint war Gerrit van Honthorst, der Utrechter Maler, den die Römer Gherardo delle Notti nannten, Gerhard der Nächte. Er hatte Kerzenlichtbilder in Rom in Mode gebracht, bevor er 1620 in die Heimat zurückkehrte. Das Museum sieht in dem Bild vor allem ein Bravourstück der Beobachtung, wie eine einzige Flamme auf verschiedene Oberflächen wirkt. Das zerknitterte Blatt Papier und der weiche weiße Bart des Alten fangen das Licht voll ein. Das aufgeschlagene Buch steht dunkel gegen die Flamme, der Schädel auf dem Tisch ist im Schatten kaum zu erkennen, und wo die Finger den Buchrand berühren, schimmert das Licht rötlich durch sie hindurch. Wer es zwischen etwa 1625 und 1635 gemalt hat, ist offen. Das Museum führt es unter Trophime Bigot, sein eigener Katalogtext nennt es jedoch eines der besten Werke des sogenannten Kerzenlichtmeisters, den manche Forscher mit Bigot gleichsetzen und andere von ihm trennen. Eine ähnliche Fassung besitzt die National Gallery of Canada in Ottawa.