
Hieronymus Bosch, Saint Jerome, 1500. Wikimedia Commons. · PD
Der heilige Hieronymus
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Die Geschichte
Der heilige Hieronymus, Bibelübersetzer und Kirchenvater, wird gewöhnlich entweder in der Studierstube gezeigt oder als Büßer in der Wüste, kniend, den Stein in der Hand. Bosch wählt etwas anderes. Sein Hieronymus liegt flach am Boden und umklammert das Kruzifix, als presse er sich mit dem ganzen Körper daran. Ringsum eine seltsame, halb vermoderte Welt: verdrehte Baumstämme, fremdartige Pflanzen, eine felsige Kluft, daneben ein kleiner Löwe und der abgelegte rote Kardinalshut. Im Wasser und zwischen den Steinen tauchen verstörende Dinge auf, ein mageres Schwein, eine glatte Muschelschale. Die kleine Tafel entstand um 1500, als in den Niederlanden eine strenge, ganz persönliche Frömmigkeit lebendig war, die vom Gläubigen völlige Selbstaufgabe verlangte. In das Genter Museum kam sie 1908.




