
Guido Reni · PD
Der heilige Sebastian
Details
Die Geschichte
Guido Reni kam immer wieder auf den heiligen Sebastian zurück: mindestens sieben Fassungen des Themas sind bekannt, heute verteilt auf Bologna, Paris, Madrid und andere Orte. Diese Beharrlichkeit hat eine unbequeme Folge. Wenn ein Meister ein Motiv so oft wiederholt, und seine Werkstatt und seine Kopisten es mit ihm wiederholen, wird es sehr schwer, die eigene Hand des Malers zu erkennen, und die Zuschreibung dieses Auckländer Bildes ist unter Fachleuten umstritten. Reni soll es um 1625 gemalt haben. Der Heilige, gefesselt und von Pfeilen durchbohrt, hebt die Augen mit einer fast ekstatischen Ruhe, und seine Haltung erinnert eng an Michelangelos rebellischen Sklaven. Der silbrige Inkarnatton, so kennzeichnend für den Maler, verstärkt diesen Eindruck der Entrückung. Das Bild stammt aus der Sammlung der Herzöge von Hamilton und befindet sich seit 1882 in Auckland, in Neuseeland.




