
Seehafen im Nebel
Details
Die Geschichte
Rom liegt nicht am Meer, und zu Claudes Zeit war der eigentliche Hafen des Kirchenstaats Civitavecchia, weiter nördlich an der Küste, wo die päpstlichen Galeeren lagen. Der Louvre vermutet, dass Leuchtturm und Mole auf diesem Bild von dort stammen. Alles andere ist erfunden, vor allem der Säulenportikus, der rechts hervortritt und den das Museum zu den eindrucksvollsten Bauten zählt, die Claude je gemalt hat. Er signierte und datierte die Leinwand 1646 in Rom, und der französische Titel, effet de brume, benennt, was sie auszeichnet, einen Hafen, dessen Luft voller Dunst ist.
Welche Geschichte sie erzählt, weiß niemand sicher. Der Forscher Marcel Röthlisberger schlug Odysseus vor, der die Insel der Phäaken verlassen will, jenes Seefahrervolks, das ihn in Homers Odyssee nach Ithaka heimbringt, doch das Museum hält das für sehr hypothetisch. Die Figuren auf dem Kai neben einem Ruderboot, ein Hund unter ihnen, klären die Frage nicht. Ludwig XIV. kaufte das Bild 1695 aus der Sammlung von François Rappe für 1000 Livres.




