
Jacob Jordaens · PD
Selbstbildnis
Details
Die Geschichte
Um 1649, als Jordaens sich so malt, ist er der letzte große Meister, der in Antwerpen geblieben ist. Rubens war 1640 gestorben, Van Dyck ein Jahr darauf, und die Tradition der großen Werkstätten, die die Stadt zur Malereihauptstadt Europas gemacht hatte, fiel ihm fast von selbst zu. Er zeigt sich zu Hause, nicht vor der Staffelei, und blickt von einem Blatt Papier auf, als wäre man eben eingetreten. Die Kleidung wirkt bequem, doch die goldene Tresse an der Jacke und die Knopfreihe sind das Gewand eines wohlhabenden Mannes, der nichts mehr beweisen muss. Er war Mitte fünfzig, führte das größte Atelier der Stadt und wurde in einem entschieden katholischen Antwerpen leise zum Calvinisten. Es ist das einzige Selbstbildnis von sicher eigener Hand, das heute eine belgische Sammlung besitzt.




