
Didier Descouens · PD
Selbstbildnis mit Brille
Details
Die Geschichte
Um 1799 veroffentlichte Goya die Caprichos, eine Folge von 80 Radierungen, die die Laster und den Aberglauben der spanischen Gesellschaft verspotteten. Die kleinen Kupferplatten vorzubereiten war eine feine, fur die Augen ermudende Arbeit, und er trug dafur eine Brille. Dieses Selbstbildnis, um 1800 gemalt, zeigt ihn mit eben dieser Brille, den Blick gehoben, als habe er ihn gerade von der Platte gelost. Goya war inzwischen vollstandig taub, nachdem ihm eine Krankheit in den 1790er Jahren das Gehor genommen hatte, und er war Hofmaler Karls IV., wahrend er im Verborgenen die scharfste Satire seiner Zeit schuf. Er gibt sich schmucklos, in einer schlichten Jacke, ohne hofischen Aufputz. In Bayonne hangt eine fast gleiche Fassung, und die Forschung streitet bis heute, welche der beiden zuerst entstand.




