
Singende Schäferin mit Schäfer
Details
Die Geschichte
Um 1630 malte man in Utrecht arkadische Szenen fast am Fließband: Hirten und Hirtinnen aus den damals beliebten holländischen Schäfergedichten, gekleidet in Seide, wie sie kein wirklicher Hirte je trug. Dies ist eine davon. Eine junge Frau singt uns direkt an, mit breitem rotem Hut und einem blaugoldenen Kleid, einen Tonkrug in der Hand, während hinter ihr ein Schäfer die Flöte hebt und eher sie als die Musik betrachtet. Das Licht liegt auf ihrem Gesicht und lässt ihn im Halbschatten, sodass der Blick zuerst zu ihr geht. Einen festen Namen hat das Bild nie behalten. Seit es 1865 nach Basel kam, galt es als Honthorst, dann als Santvoort, dann als Arbeit aus Bloemaerts Werkstatt, dann als van Bijlert, dann als Mijtens. Heute hängt es als Johannes Moreelse, ein junger Utrechter Maler, der 1634 starb, doch das Museum versieht die Zuschreibung weiterhin mit einem Fragezeichen.
