
Sibylle
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Die Geschichte
In Rom und Bologna war die Sibylle in den 1640er-Jahren ein vertrauter Bildtyp, eine junge Frau in Halbfigur, oft mit Turban. Sibyllen galten als Seherinnen der Antike, und christliche Autoren glaubten, einige von ihnen hätten die Ankunft Christi vorausgesagt. Giovanni Francesco Romanelli malte seine Fassung zwischen 1640 und 1650, und die Galleria Borghese sieht darin deutliche Anklänge an die bekannten Sibyllen Guido Renis und der Bologneser Schule. Die Frau trägt ein schweres, graublaues Tuch turbanartig um den Kopf gewunden, blickt nach oben und schreibt mit einer Feder in ein Buch, als notiere sie gerade eine Weissagung. Kein Attribut verrät, welche der Seherinnen gemeint ist. Im selben Saal hängt Domenichinos Gemälde desselben Themas, 1617 von Kardinal Scipione Borghese erworben, und dort hat die Prophetin eine Gambe, ein Notenblatt und Lorbeer bei sich.