
Glasfenster mit Passionsszenen
Details
Die Geschichte
Rot und Blau leuchten hier am tiefsten. Im Mittelalter galt eine Kirche als Abbild des himmlischen Jerusalem, dessen Mauern die Offenbarung des Johannes aus Edelsteinen beschreibt, und ein Kenner der Reiner Kreuzkapelle liest das Rot und Blau ihrer Scheiben als Rubine und Saphire. Aus dieser Kapelle stammt das Fenster. Die Zisterzienser von Stift Rein bei Graz ließen sie um 1406 errichten. Unten zeigen die beiden schmalen Bahnen zwei Szenen der Passion, Christus im violetten Gewand vor Pilatus und die Geißelung an einer roten Säule vor tiefblauem Grund. Darüber türmt sich eine Architektur aus farbigem Glas mit Giebeln, Fialen und Türmchen, die den größten Teil der Höhe einnimmt. Zwischen den Glasstücken verlaufen noch die originalen Bleiruten. Das Fenster ist eine Dauerleihgabe des MAK, des Museums für angewandte Kunst in Wien.