Meister Johannes

Heiliges Römisches Reich · Internationale Gotik


Die Geschichte

Hinter diesem Namen steht ein urkundlich fassbarer Mensch, und das ist bei einem Glasmaler um 1400 selten. 1406 begann das Zisterzienserstift Rein bei Graz in der Steiermark unter Abt Angelus Manse mit dem Bau einer neuen Kreuzkapelle. Die Kostenaufstellung nennt die beteiligten Handwerker, darunter einen Maler Johannes und einen Glasmaler Johannes, womöglich ein und derselbe Mann. Geweiht wurde die Kapelle 1409.

Seine fünf Chorfenster erzählten in etwa 30 Glasscheiben das Leben Mariens und Christi, von der Kindheit bis zur Passion, jede Szene unter einer hohen gemalten Architektur wie eine Stadt aus Türmen. Beim barocken Umbau des Stifts im 18. Jahrhundert wurden die Fenster vermauert und blieben an Ort und Stelle. 1926 verkaufte das Stift das erhaltene Glas an einen Grazer Händler, und die Scheiben wurden verstreut. Die meisten kamen ins Hessische Landesmuseum in Darmstadt, einige ins MAK, das Wiener Museum für angewandte Kunst, das dieses Passionsfenster dem Belvedere als Leihgabe überlässt. Rein selbst besitzt nur Kopien, die 1983 in der Kapelle aufgestellt wurden.

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Werke

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