
Stillleben
Details
Die Geschichte
Um 1655, als dieses Bild entstand, hatten die Niederländer aus der bescheidenen Mahlzeit eine ganze Bildgattung gemacht. Auf dem Tisch liegt, was ein gewöhnlicher Haushalt in Haarlem benutzte: ein grüner rheinischer Weinpokal, ein Römer, dazu ein Brötchen, ein paar Möhren und eine Tonpfeife. In den Jahrzehnten zuvor hatten Maler wie Pieter Claesz und Willem Claesz Heda den Szenen nach und nach die Farbe entzogen, bis Braun- und Grautöne fast alles trugen, und diese kleine Leinwand von etwa 64 mal 56 Zentimetern hält an dieser tonigen Malweise fest. Die Pfeife ist das Modernste auf dem Tisch. Der Tabak war erst ein, zwei Generationen zuvor in die niederländischen Häuser gekommen, und die billige weiße Tonpfeife, meist in der Stadt Gouda gefertigt, war um die Jahrhundertmitte ein Alltagsgegenstand. Auf solchen Bildern erinnerten die dünne Pfeife und das angebissene Brot zugleich daran, dass diese Genüsse vergänglich waren. Der Pokal gehört zu jenen, die beim Blasen mit aufgesetzten Glastropfen am Schaft versehen wurden, damit er einer fettigen Hand nicht entglitt.