
Terrakottamodell einer Leber aus Falerii
Details
Die Geschichte
Ein Fund wie die Bronzeleber von Piacenza, 1877 auf einem Acker entdeckt, ist ein Lehrbuch in Metall. Ihre Oberfläche ist in kleine Felder geteilt, jedes mit dem Namen eines Gottes. Mit solchem Wissen deuteten etruskische Opferschauer, die Haruspices, aus der Leber eines Opfertiers den Willen der Götter, und Rom holte sie noch jahrhundertelang, wenn Vorzeichen zu deuten waren.
Die Tonleber hier stammt aus demselben Tempel von Lo Scasato in Falerii wie der Apollon des Museums und entstand gegen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. Eine Inschrift trägt sie nicht, und so bleibt offen, wozu sie diente. Vielleicht war sie ein Modell zum Lehren oder Üben der Eingeweideschau, vielleicht eine Weihgabe wie die vielen tönernen Hände, Füße und inneren Organe, die Gläubige in den Heiligtümern Mittelitaliens zurückließen. Das Museum legt sich nicht fest.

