
Die Anbetung der Hirten
Details
Die Geschichte
Als Bloemaert dieses Altarbild 1612 signierte und datierte, war 's-Hertogenbosch in Brabant noch eine katholische Stadt unter spanischer Krone, und der Zwölfjährige Waffenstillstand hatte den Krieg zwischen Spanien und den aufständischen niederländischen Provinzen gerade unterbrochen. Die fast drei Meter hohe Leinwand entstand für den Hochaltar der Klarissenkirche der Stadt. Bloemaerts jüngere Schwester Barbara lebte seit Weihnachten 1606 als Nonne in diesem Kloster, und vielleicht schenkte er das Bild ihr zu Ehren. Engel füllen die obere Hälfte, wie im Lukasevangelium, wo eine ganze Schar den Hirten erscheint. Unten drängen sich die Hirten um das Kind.
1629 eroberten die Generalstaaten die Stadt, und der katholische Gottesdienst wurde aus den Kirchen verdrängt. Die Nonnen zogen schließlich in ein Kloster ihres Ordens in Mechelen und nahmen das Altarbild mit. 1646 dann setzte der Kirchenmaler Pieter Saenredam genau dieses Bild in einer Innenansicht der Kathedrale von 's-Hertogenbosch auf den Hochaltar, in eine Kirche, die längst protestantisch war. Dort hatte es nie gestanden. Saenredams Gemälde hängt heute in der National Gallery of Art in Washington.



