
Verkündigung
Details
Die Geschichte
Dieses große Altarbild war ein Geschenk mit Hintergedanken. Orazio Gentileschi, damals um die 60 und in Genua tätig, schickte es 1623 an Herzog Karl Emanuel I. von Savoyen nach Turin, zusammen mit einem Brief. Darin lässt der Maler keinen Zweifel, dass er um die Qualität des Bildes wusste, und ebenso wenig daran, dass er sich davon eine Stelle am savoyischen Hof erhoffte. Die Stelle bekam er nicht, und im Jahr darauf ging er nach Paris.
Auch das Thema war mit Bedacht gewählt. Die höchste Auszeichnung, die die Herzöge vergeben konnten, war ihr eigener Ritterorden, der Annunziatenorden, also der Orden von der Verkündigung. Eine Verkündigung schmeichelte damit genau dem Haus, für das sie bestimmt war. Für die Madonna griff Gentileschi zudem auf ein eigenes Gesicht zurück. Ihr gesenkter Kopf stammt von seiner heiligen Cäcilie am Spinett, die heute in der Nationalgalerie Umbriens in Perugia hängt und dort in fast derselben Haltung erscheint.




