
Die Beute
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Die Geschichte
Seit dem Philhellenismus der 1820er Jahre gehörte die gefangene Griechin zum festen Bestand der europäischen Salonmalerei. Delacroix hatte 1824 das Massaker von Chios ausgestellt, und das Pariser Publikum erkannte das Thema gut 80 Jahre später sofort wieder. Ralli schickte seine Fassung in den Salon von 1906, und die Nationalgalerie datiert die Leinwand auf die Zeit davor.
Gemalt ist der Zustand danach. Die Szene spielt im Inneren einer orthodoxen Kirche, vor den Türen des Altarraums. Das liturgische Silber und die Bücher liegen über den Boden verstreut, dazwischen ist eine junge Griechin an eine Kirchenbank gefesselt. Der Kommentar des Museums hebt zwei Dinge hervor: die Genauigkeit der französischen Akademieschulung, deutlich von der Fotografie geprägt, und die Farbigkeit, die bis auf den roten Gürtel der Gefesselten fast durchgehend braun bleibt.
Die Leinwand misst 133 mal 100 Zentimeter und gehört zur Sammlung der Koutlidis-Stiftung, die die Nationalgalerie in ihrem Hauptgebäude zeigt. Im Herbst 2021 war das Bild wieder in Paris, im Louvre, in einer Ausstellung über die Bilder, die sich Europa zwischen 1675 und 1919 von Griechenland machte.





