
Der Karren (Rückkehr von der Heuernte)
Details
Die Geschichte
Der Karren ist mit Lenain signiert und 1641 datiert, nur mit dem Familiennamen, so wie die drei Brüder alles signierten. Anfang des 20. Jahrhunderts wiesen die Forscher Robert Witt und Paul Jamot das Bild Louis zu, und der Louvre betont, dass diese Zuschreibung nie ernsthaft angezweifelt wurde.
Gestritten wurde über etwas anderes, darüber, wer diese Leute sind. Lange hielt man sie für arme Bauern und Tagelöhner. 1979 sah sich der Kunsthistoriker Neil MacGregor, später Direktor der National Gallery in London, die Kleider der Kinder genau an. Sie sind aus gutem Stoff, passend geschnitten und kaum geflickt, mit sauber weißen Hauben und Kragen, und er rechnete aus, was solche Kleidung samt Schuhen gekostet hätte. Sein Ergebnis war eine Familie kleiner Grundbesitzer, der es gut ging. 1994 fragte Jean-Pierre Cuzin, ob die sitzende Frau mit ihren ernsten Kindern zu den Barmherzigen Schwestern gehören könnte, die Vinzenz von Paul gerade in diesen Jahren organisierte.
Auch die Farbe hat Rätsel aufgegeben. 1899 fand der Schriftsteller Joris-Karl Huysmans die Leinwand seltsam weißlich, wie im fahlen Licht vor einem Gewitter, belebt nur vom Rot der Ärmel einer Frau und vom blassen Zitronengelb eines Kessels.

