
Die Beschneidung Christi
Details
Die Geschichte
Venedig lebte um 1500 vom Handel mit dem Osmanischen Reich, und dieses Bild trägt die Spuren davon. Der Saum am Mantel des Priesters ist mit pseudokufischen Zeichen besetzt, einer Nachahmung arabischer Schrift, mit der italienische Maler Figuren aus dem Heiligen Land kennzeichneten. Seine gestreifte Kopfbedeckung zeigt Blüten wie auf persischer und osmanischer Keramik, und die Frau im gelben Schleier trägt eine Haube mit Reihen von Perlen, ein weiteres Zeichen östlicher Herkunft. Nach dem Lukasevangelium wurde Jesus am achten Tag beschnitten. Das Kind ballt die Fäustchen und sitzt auf etwas, das wie ein Altar aussieht, ein Hinweis auf das spätere Opfer. Entstanden ist die Tafel in der Werkstatt Giovanni Bellinis, und das Schildchen unten mit seinem lateinischen Namen ist das Markenzeichen, das die Werkstatt ihm aufsetzte. Spätestens 1727 gehörte sie zur Sammlung der Herzöge von Orléans in Paris und kam 1798 mit dieser Sammlung nach England.

