Werkstatt des Giovanni Bellini
Republik Venedig · Italienische Renaissance, Venezianische Schule
Die Geschichte
Giovanni Bellinis Name war auch eine Art Markenzeichen. In seiner großen venezianischen Werkstatt malten Gehilfen Bilder nach seinen Entwürfen und signierten sie mit seinem Namen, und die Museen trennen solche Werke heute nach der Malweise von seinen eigenen.
Die Beschneidung in der Londoner National Gallery, um 1500, ist eines davon. Das Christuskind sitzt nackt auf einem Kissen auf einem Altar, während ein Priester mit gestreifter Kopfbedeckung den Ritus vollzieht, und Diener ziehen Tücher beiseite wie einen Bühnenvorhang. Die Komposition geht auf eine Darbringung im Tempel von Andrea Mantegna zurück, Bellinis Schwager, die Bellini selbst schon abgewandelt hatte. Die Galerie hält es für möglich, dass Bellini die Gesichter der Frauen malte, während den Stoffen die Stofflichkeit seiner eigenen Bildnisse fehlt.
Ein kleiner Salvator im Prado in Madrid zeigt, wie weit solche Wiederholungen gingen. Er kopiert ein signiertes Bild von etwa 1495 in der Academia de San Fernando in derselben Stadt, und von dieser Komposition kennt man rund zwanzig Kopien. Die Madonna mit Kind und Heiligen im Louvre trägt auf der Brüstung die Signatur Iohannes Bellinus und wird dennoch als Werkstattbild geführt.


