
Édouard Manet, The Dead Christ with Angels, 1864. Wikimedia Commons. · PD
Der tote Christus mit Engeln
Details
Die Geschichte
1863 war Manet durch den Skandal um das 'Frühstück im Grünen' berühmt geworden, das der offizielle Salon zurückgewiesen hatte. Im Jahr darauf kehrte er in den Salon zurück, diesmal mit einem heiligen Thema, und stieß erneut an. Sein toter Christus hat nichts Idealisiertes. Es ist ein ganz und gar wirklicher Körper, bleich und schwer, von zwei Engeln mit blauen Flügeln gehalten, näher an einem Leichnam aus dem Leichenschauhaus als an dem frommen Bild, das das Publikum erwartete. Die Kritiker stürzten sich auf diesen Realismus. Manet war zudem ein auffälliger Schnitzer unterlaufen: Er hatte die Lanzenwunde auf der linken Seite gemalt, nicht auf der rechten der Überlieferung. Sein Freund, der Dichter Baudelaire, bemerkte es und riet ihm, sie vor der Eröffnung zu berichtigen, um den Spöttern keine Angriffsfläche zu bieten. Manet ließ sie, wie sie war.




