
Jacques-Louis David · PD
Der Tod des Marat
Details
Die Geschichte
Am 13. Juli 1793 stach eine junge Frau aus der Normandie, Charlotte Corday, den Revolutionär Jean-Paul Marat in seiner Badewanne nieder. Marat litt an einer Hautkrankheit und arbeitete deshalb oft im Bad, ein Brett über der Wanne diente ihm als Schreibtisch. David saß im Nationalkonvent auf denselben Bänken wie Marat, war mit ihm befreundet und hatte ihn einen Tag vor dem Mord noch besucht. Der Konvent beauftragte ihn, das Andenken des Getöteten zu bewahren, und David organisierte die Trauerfeier und malte dieses Bild in nur wenigen Monaten. Er zeigt Marat mit glatter, makelloser Haut, ohne jede Spur der Krankheit, den Arm herabhängend wie bei einer Kreuzabnahme. In der Hand hält er noch den Brief, mit dem Corday sich Zutritt verschafft hatte. Auf der hölzernen Kiste neben der Wanne steht Davids Widmung, schlicht wie ein Grabstein, und darunter die Jahreszahl nach dem neuen Revolutionskalender. Der obere Teil des Bildes verliert sich in einer leeren, dunklen Fläche.




