
Der Tod der Virginia
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Die Geschichte
Als junger Stipendiat der Französischen Akademie in Rom plante Lethière Ende der 1780er-Jahre vier riesige Gemälde zur frühen römischen Geschichte. Zwei davon vollendete er. Das erste, 1811 fertig, hängt in diesem Saal. Dies ist das zweite, und es begleitete ihn fast sein ganzes Leben. Studien gibt es seit 1795, signiert hat er es erst 1828.
Die Geschichte erzählt der Historiker Livius. Im Jahr 449 vor Christus wollte Appius Claudius, einer der zehn Männer, die Rom damals regierten, die junge Verginia zur Sklavin erklären lassen, um sie zu besitzen. Ihr Vater, der Soldat Verginius, griff auf dem Forum nach einem Messer und tötete sie, statt sie auszuliefern, und der Aufstand, der folgte, stürzte die Zehnmänner. Lethière malt das erhobene Messer, die Beamten, die Menge.
Er schickte die fast acht Meter breite Leinwand zum Salon von 1831, demselben, auf dem Delacroix Die Freiheit führt das Volk zeigte. Im Jahr darauf starb er, und 1848 schenkte der Sammler Édouard Boyard das Bild dem Louvre.