
Eugène Delacroix · PD
Die Freiheit führt das Volk
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Die Geschichte
Ende Juli 1830 erhob sich Paris in drei Tagen gegen König Karl X., der die Pressefreiheit beschnitten und das Wahlrecht ausgehöhlt hatte. Diese Julirevolution stürzte ihn und brachte den Bürgerkönig Louis-Philippe an die Macht. Delacroix erlebte die Barrikadenkämpfe in seiner Stadt mit und schrieb seinem Bruder, wenn er schon nicht fürs Vaterland gekämpft habe, so wolle er wenigstens für es malen. Noch im selben Jahr entstand dieses große Bild. In seiner Mitte schreitet eine Frau mit nacktem Oberkörper über die Toten, in der einen Hand die verbotene Trikolore, in der anderen ein Gewehr. Sie ist keine echte Person, sondern die Freiheit selbst, die Marianne, und auf dem Kopf trägt sie die rote Mütze der Revolution. Um sie herum kämpfen ganz verschiedene Menschen, ein Junge mit zwei Pistolen, ein Mann mit Zylinder, ein Arbeiter mit Säbel, alle Schichten der Stadt. Dem neuen König war das Bild bald zu aufrührerisch, es verschwand über Jahre in Depots und Privaträumen. Erst 1874 kam es fest an den Louvre. Rechts hinten, im Pulverdampf, erkennt man die Türme von Notre-Dame.




