
Disputation der heiligen Katharina von Alexandrien
Details
Die Geschichte
Über der Szene erhebt sich ein Triumphbogen nach dem Vorbild des Konstantinsbogens in Rom, und auf seiner Attika steht ein goldener Stier, das Wappentier der Borgia. Die Inschrift darunter preist den Auftraggeber, Papst Alexander VI., als Pfleger des Friedens. Ein antikes Siegesmonument wird so zur Huldigung an den Papst umgebaut.
Davor spielt die Legende der heiligen Katharina von Alexandrien. Die junge Christin aus vornehmer Familie weigert sich, den heidnischen Göttern zu opfern, und der Statthalter Maximinus Daia lässt 50 Gelehrte seines Hofes gegen sie antreten. Sie widerlegt alle und bekehrt sie, was sie am Ende das Leben kostet. Pinturicchio inszeniert das Streitgespräch wie einen Tag bei Hofe, voller prächtig gekleideter Zuschauer. Seit Langem will man in der Menge Zeitgenossen erkennen. Katharina soll Lucrezia Borgia sein, der thronende Statthalter ihr Bruder Cesare, der Mann mit dem weißen Turban der osmanische Prinz Dschem, Bruder des Sultans und damals Geisel des Papstes in Rom. Hinter dem Thron vermutet man den Maler selbst und den Architekten Giuliano da Sangallo mit dem Zirkel. Das Museum nennt diese Deutungen und fügt hinzu, dass sie nicht immer zutreffen.




