
Farnese-Kassette
Details
Die Geschichte
Giorgio Vasari, der große Künstlerbiograf des 16. Jahrhunderts, schrieb über diese Kassette, nie sei ein Werk mit solcher Vollkommenheit gemacht worden. Sein Lob galt vor allem den sechs Ovalen aus Bergkristall. Geschnitten hat sie der Steinschneider Giovanni Bernardi, der für Kardinal Alessandro Farnese arbeitete, großenteils nach Zeichnungen des Malers Perino del Vaga. Kentauren, Amazonen, eine Eberjagd und eine Seeschlacht erscheinen im Kristall wie matte, hellgraue Zeichnungen. Am unteren Rand eines der Ovale auf der Längsseite steht Bernardis Name. Als er 1553 starb, war die Kassette noch nicht fertig. Das vergoldete Silber mit den Lapislazuli-Feldern, dem Gesims und dem gesprengten Giebel vollendete der Florentiner Goldschmied Manno di Bastiano Sbarri um 1561. In der Lücke des Giebels sitzt ein bärtiger, muskulöser Herkules mit einem Apfel der Hesperiden in der Hand. Dazu kommt das Emailwappen des Kardinals, sechs blaue Lilien auf Gold unter dem roten Kardinalshut. Im 19. Jahrhundert zeigte man die Kassette in Neapel als Arbeit von Benvenuto Cellini, dem berühmtesten Goldschmied jener Jahrzehnte.
