Manno di Bastiano Sbarri
1576 · Herzogtum Florenz · Manierismus
Die Geschichte
In der Wunderkammer des Museo di Capodimonte in Neapel steht eine große Kassette aus vergoldetem Silber. Auf dem Deckel steht ein kleiner Herkules, an den Ecken sitzen vier Götter, und in die Seiten sind sechs Ovale aus geschnittenem Bergkristall eingelassen. Fast alles, was man über den Florentiner Goldschmied Manno di Bastiano Sbarri weiß, kennt man durch dieses eine Objekt, die Farnese-Kassette.
Sbarri gilt als Schüler von Benvenuto Cellini, dem Florentiner Goldschmied und Bildhauer, und arbeitete in Rom für Kardinal Alessandro Farnese, einen Enkel von Papst Paul III. und großen Sammler. Die Arbeit an der Kassette ist erstmals 1548 bezeugt, fertig wurde sie um 1561. Der silberne Korpus wird Sbarri zugeschrieben. Die Kristalle schnitt Giovanni Bernardi, ein Steinschneider aus Castel Bolognese, zum Teil nach Zeichnungen des Malers Perino del Vaga. Wer den Gesamtentwurf ersann, ist bis heute umstritten. Am häufigsten wird der Maler Francesco Salviati genannt, der ebenfalls für den Kardinal arbeitete.
Abgesehen von der Kassette ist über Sbarris Leben wenig überliefert. Sein Geburtsjahr ist unbekannt, er starb 1576. Bei der ersten Restaurierung der Kassette, die vor einer Ausstellung in Mailand 2018 abgeschlossen wurde, nahm man sie Stück für Stück auseinander, und ihr Silber erwies sich als zu mehr als 99 Prozent rein.

