
Didier Descouens · PD
Das Urteil des Midas
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Die Geschichte
Um 1720 ist Giovanni Battista Tiepolo noch ein junger Maler, der lernt, seine Leinwand aufzuhellen. Geschult an den dunklen, schweren Tönen der älteren venezianischen Meister, dünnt er hier die Schatten aus und öffnet den Himmel. Der Stoff stammt von Ovid. Es ist ein musikalischer Wettstreit zwischen dem Gott Apoll mit seiner Leier und dem ländlichen Pan mit seiner Rohrflöte, unter dem Berggott Tmolos als Schiedsrichter. Tmolos spricht den Sieg Apoll zu. Nur König Midas widerspricht, weil er Pans bäuerliche Weise vorzieht, und für diesen Fehlgriff im Geschmack lässt Apoll ihm ein Paar Eselsohren wachsen. Die Leinwand gehörte zu einer Reihe ovidischer Szenen, die einen einzigen Saal eines venezianischen Palasts auskleiden sollten. Die Figuren bleiben klein in einer weiten Landschaft, und der Streit verliert sich fast in der offenen Luft.




