
Édouard Vuillard · PD
Mumps
Details
Die Geschichte
Mumps, früher Ziegenpeter genannt, gehörte in den 1890er Jahren zum Alltag einer Pariser Wohnung. Ein Impfstoff kam erst in den 1960er Jahren, verkürzen ließ sich die Krankheit nicht, also saß man sie zu Hause aus, mit verbundenem Kiefer. Genau diesen Zustand hält das kleine Bild fest. Die Figur wendet dem Betrachter den Rücken zu, ein Tuch ist über dem Kopf und unter der geschwollenen Wange verknotet. Das Van Gogh Museum in Amsterdam hält sie mit einiger Wahrscheinlichkeit für Marie, die Schwester des Malers, die ein Jahr später den befreundeten Maler Ker-Xavier Roussel heiratete. Nach Angaben des Museums nehmen die Muster und die flächigen Farbfelder so viel Raum ein, dass das Motiv zunächst kaum zu erkennen ist. Öl auf Pappe, etwa 24 mal 20 Zentimeter, entstanden in der Wohnung, in der die Mutter ihre Schneiderei betrieb.




