Der Raub der Sabinerinnen

Der Raub der Sabinerinnen


Details

Künstler
Il Sodoma
Jahr
1506
Technik
Öl auf Holz
Gattung
Gemälde
Maße
76 × 170 cm

Die Geschichte

Als Flavio Chigi, ein Neffe Papst Alexanders VII., diese lange Tafel 1660 über den sienesischen Maler Bernardino Mei kaufte, hieß es im Kaufvermerk, sie zeige Urteil und Tod der Rhea Silvia, der Vestalin und Mutter von Romulus und Remus. Ein Chigi-Inventar von 1692 sah gefesselte Frauen zwischen Henkersknechten und einen Mann mit dem Schwert, der eine von ihnen töten will. Bis das Thema geklärt war, vergingen Jahrhunderte. 1884 nannte Jacob Burckhardt das Bild Raub der Sabinerinnen, hielt es aber für ein Werk Baldassarre Peruzzis. Der Kenner Gustavo Frizzoni schrieb es dann Sodoma zu, deutete es jedoch als Bestrafung der Rhea Silvia. 1947 zeigte Antonino Santangelo, dass es eng Plutarch folgt. Die ersten Römer luden ihre Nachbarn zu Spielen zu Ehren des Neptun, des Gottes der Pferde, und raubten auf ein verabredetes Zeichen die sabinischen Mädchen. Im Hintergrund steht der Neptuntempel, und am linken Rand hält Romulus auf einem Sockel seinen Mantel, vielleicht eben jenes Zeichen. Auch die Datierung ist umstritten. Das Museum nennt etwa 1505 bis 1508, das Ende von Sodomas Jahren um Siena, andere Forscher setzen das Bild in Rom um 1511 an. Wahrscheinlich war die Tafel die Front einer Truhe oder in eine Wand eingelassen, und das Familienwappen auf dem Sockel, auf einem Foto vom Ende des 19. Jahrhunderts noch deutlich, ist heute nur noch eine schwache Spur.

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