
Segnender Erlöser
Details
Die Geschichte
Halbfigurig, frontal, die Rechte zum Segen erhoben, die Linke auf einem Buch: So hatten byzantinische Maler Christus seit Jahrhunderten dargestellt. Simone Martini übernimmt dieses Schema und übersetzt es ins Sienesische, mit feinerer Linie und zarteren, helleren Farben.
Die Datierung leiten Fachleute aus einem Wandbild ab. 1315 signierte Simone im Ratssaal des Palazzo Pubblico, des Rathauses von Siena, eine große Maestà, die thronende Madonna inmitten von Heiligen und Engeln, und 1321 überarbeitete er Teile davon selbst. Weil Zeichnung und Farbe dieser kleinen Tafel jenem Fresko so nahestehen, setzt man sie zwischen 1315 und 1320 an.
Die Tafel ist keine 40 Zentimeter hoch. Das Museum, das sie Simone zuschreibt, hält es für möglich, dass sie einst den oberen Abschluss eines verlorenen Polyptychons bildete, eines mehrteiligen Altarbilds.




