
Der Schlaf des Jesuskindes
Details
Die Geschichte
Im August 1662 endete in Rom ein Streit zwischen Leuten der französischen Gesandtschaft und der korsischen Garde des Papstes damit, dass die Gardisten auf den Palazzo Farnese schossen, in dem der französische Botschafter wohnte. Ludwig XIV. sah darin eine Beleidigung seiner Krone. Nach dem Frieden von Pisa zwei Jahre später musste Papst Alexander VII. seinen eigenen Neffen, Kardinal Flavio Chigi, als Legaten nach Frankreich schicken, um persönlich um Entschuldigung zu bitten. Dieses Bild hatte dem Papst gehört, und es kam 1664 über eben diesen Kardinal an Ludwig XIV.
Es ist ein sehr stilles Bild. Maria im roten Kleid hält das schlafende Kind aufrecht an sich gedrückt, seine Wange liegt an ihrer Brust, die Händchen hat es unter dem Kinn gefaltet. Engel drängen sich um die beiden, einer links oben mit einem Buch, ein anderer links unten, der ein weißes Tuch über eine steinerne Brüstung zieht.
Das königliche Inventar von 1683 hielt es für ein Werk Andrea Solarios, eines anderen in Mailand tätigen Malers, und Solarios Name blieb lange an ihm haften. Heute führt der Louvre es als Werk Luinis und datiert es um 1525 bis 1530. Gemalt wurde es auf Holz, später auf Leinwand übertragen, und es hängt in der Grande Galerie.




