
Peter Paul Rubens · PD
Venus und Amor
Details
Die Geschichte
Dieses Bild ist eine Kopie, und sein Vorbild gibt es nicht mehr. Rubens hielt hier eine Venus von Tizian fest, die einst zur spanischen Königssammlung gehörte und heute verschollen ist. Wie genau er dabei vorging, zeigt ein Inventar des Madrider Alcázar, des alten Königspalasts, aus dem Jahr 1636. Es beschreibt Tizians Venus mit einem Perlenarmband an der rechten Hand und einem Ring am kleinen Finger der linken, und beides findet sich auch auf dieser Leinwand. Venus sitzt in einem weißen Hemd, einen roten, pelzgefütterten Mantel über dem Schoß, und blickt in den Spiegel, den Amor ihr hinhält. Seinen Bogen und die Pfeile hat er dafür beiseitegelegt. Eine eigenhändige Fassung Tizians ist erhalten geblieben. Sie befindet sich in der National Gallery of Art in Washington und zeigt einen zweiten Amor, der Venus mit Blumen bekränzen will. Wann Rubens seine Kopie malte, ist bis heute umstritten. Die Vorschläge reichen von der Zeit vor 1615 bis 1620 und später, das Museo Thyssen-Bornemisza datiert sie inzwischen auf etwa 1606 bis 1611.





