
Venus mit Amor als Honigdieb
Details
Die Geschichte
Der kleine Junge hat ein Bienennest ausgeraubt und steht nun weinend da, die Wabe noch in der Faust, wahrend die Bienen ihn zur Strafe stechen. Es ist Amor, der Gott des Verlangens, und die Frau ist seine Mutter Venus, die seine Klage anhort. Der Scherz ist alt und stammt aus einem Idyll des griechischen Dichters Theokrit. Die lateinischen Verse in der oberen Ecke nennen die Moral. Der gestohlene Honig ist suss, doch der Stich folgt, so wie die kurzen Freuden, die wir jagen, mit Schmerz vermischt sind. Cranach malte dieses neckische Motiv viele Male fur gebildete Auftraggeber, die einen Akt mit beigelegter Lehre schatzten. Venus tragt nur einen zarten Schleier, der den Blick lenkt, statt etwas zu verbergen. Ein kleines Zeichen datiert die Tafel. Die geflugelte Schlange, Cranachs Signatur, tragt die Flugel nun gesenkt, eine Form, die die Werkstatt erst nach 1537 verwendete.





