
Jules Bastien-Lepage · PD
Dorfliebe
Details
Die Geschichte
1882 malt Jules Bastien-Lepage diese Szene in Damvillers, dem Dorf in Lothringen, wo er geboren war und wo ihm die Bauern der Gegend Modell standen. Er gilt damals als einer der führenden Köpfe des Naturalismus, jener Malerei, die den Realismus hinaus ins Freie holt, unter das graue Licht Nordfrankreichs. Zu sehen ist ein mühsames Gespräch. Ein Bursche lehnt an einem halb verfallenen Holzzaun zwischen den Beeten eines Gemüsegartens und redet auf ein Mädchen ein, das auf der anderen Seite geblieben ist. Sie steht mit dem Rücken zu uns, das Gesicht fast verdeckt, mit den Pflanzen beschäftigt. Der von Kraut überwucherte Zaun trennt zwei Gärten und zugleich die Zurückhaltung, die das dörfliche Werben verlangte. Zwei Jahre später stirbt Bastien-Lepage, sechsunddreißigjährig. Bei der Versteigerung seines Ateliers kauft 1885 der russische Sammler Sergei Tretjakow das Bild in Paris, und so hängt diese französische Dorfszene heute in Moskau.

