
Wassily Kandinsky · PD
Weißes Kreuz
Details
Die Geschichte
Das weiße Kreuz, das dem Bild seinen Namen gibt, muss man erst suchen. Es sitzt oben rechts und entsteht aus den hellen Lücken zwischen den schwarzen Feldern eines Schachbrettmusters. Wer es einmal gefunden hat, entdeckt bald weitere Kreuze im Bild, mal deutlich, mal kaum angedeutet. Kandinsky malte die Leinwand zwischen Januar und Juni 1922, in den Monaten, die er in Berlin verbrachte. Im Dezember 1921 hatte er Moskau verlassen, wo die Konstruktivisten um Alexander Rodtschenko sein Programm am Institut für künstlerische Kultur abgelehnt hatten. Im Juni 1922 folgte er dem Ruf von Walter Gropius an das Bauhaus in Weimar. Das Guggenheim, dem das Bild gehört, sieht in den schwebenden Formen vor unbestimmtem Grund eine Verwandtschaft mit den suprematistischen Bildern von Kasimir Malewitsch. Die sichelförmige Figur mit der schwarzen Diagonale, die sie durchstößt, taucht schon 1920 im Gemälde „Rotes Oval“ auf und könnte auf die Ruderboote aus Kandinskys früheren Bildern zurückgehen.




